Ob Aerosole von Lacken oder Holzstäube, Asbestfasern oder Pilzsporen, bei vielen Tätigkeiten in unterschiedlichsten Branchen wird Atemschutz notwendig. Denn Schadstoffe in der Atemluft können die Lunge schädigen und zu Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder sogar Krebs führen.

Am Arbeitsplatz eingesetzter Atemschutz gehört zur Persönlichen Schutzausrüstung. Um seinen Träger wirksam zu schützen, muss das Atemschutzprodukt für die Tätigkeit geeignet sein und dem Träger passen, d. h. korrekt sitzen. Neben der sorgfältigen Auswahl von Atemschutz-PSA ist die Dichtheitsprüfung unverzichtbar.






Atemschutzausrüstung wird in einer großen Vielfalt angeboten. Das Produktspektrum reicht von einfachen partikelfiltrierenden Halbmasken über Vollmasken bis zu technisch ausgefeilten Druckluft- und Gebläsesystemen. Welcher Atemschutz im konkreten Fall notwendig ist, ob umluftabhängig oder umluftunabhängig usw., müssen der Arbeitgeber oder die von ihm beauftragten Sicherheitsverantwortlichen im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilungen ermitteln.

Ist der Atemschutz gewählt, müssen die Mitarbeiter in die korrekte Benutzung eingewiesen werden. Besonders wichtig ist dabei die sogenannte Dichtsitzprüfung. Sie soll sicherstellen, dass möglichst wenig Schadstoffe in die eingeatmete Luft gelangen, auch wenn sich der Träger bei seinen Arbeiten notwendigerweise bewegt.

Selbst eine aus den hochwertigsten Filtermaterialien bestehende Atemschutzmaske kann ihren Träger nur dann zuverlässig schützen, wenn sie dicht an der Gesichtshaut anliegt. Denn schon allein aufgrund der individuellen Kopfform ist ein dichter Sitz nicht automatisch gegeben. Auch bei Bartstoppeln oder Narben auf der Haut kann der Schutz durch eine Halb- oder Vollmaske massiv beeinträchtigt sein und nur eine sorgsame Dichtheitsprüfung schafft Klarheit.

Eine Dichtsitzprüfung kann durch eine dieser beiden Methoden erfolgen:

  • durch Einsatz von bitteren oder süßlichen Geruchs - oder Geschmacksstoffen: Nimmt der Atemschutzträger den Geruch auch unter Atemschutz wahr, sitzt die Maske nicht korrekt.
  • durch eine technische Prüfung: Ein Messgerät erfasst die Partikelkonzentration innerhalb und außerhalb einer Maske und kann die Dichtheit somit quantitativ belegen.

Diese Tests sind standardisierte Verfahren, die nicht von betroffenen Mitarbeitern „auf die Schnelle“ allein durchgeführt werden können. Sie bedürfen der Anleitung und Kontrolle durch eine erfahrene und im Umgang mit Atemschutz-PSA kompetente Person. Darüber hinaus kann der Atemschutzträger in eingeschränkter Weise die Dichtheit seines Atemanschlusses auch selbst testen, indem er durch tiefes Einatmen bzw. Ausatmen einen Unter- bzw. Überdruck erzeugt. Mehr zur Auswahl, Ergonomie und den genannten Dichtsitzprüfungen lesen Sie in Kapitel 3.1.5 der DGUV Regel 112-190.

Autor: Friedhelm Kring

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Bartels Rieger