PSA steht für „Persönliche Schutz-Ausrüstung“, das ist jedem Arbeitsschützer bekannt. Kleidungsstücke, die von Kopf bis Fuß vor den Gefährdungen am Arbeitsplatz schützen, gelten als PSA.

Dazu kommen PSA-Komponenten, die keine Textilien i. e. S. darstellen, sondern eher unter Ausrüstungsgegenstände fallen wie etwa Karabiner und Gurte bei der PSA gegen Absturz.

Das P macht deutlich, dass Schutzausrüstung (normalerweise) individuell ihrem Träger zugeordnet ist. Das heißt, jeder Mitarbeiter hat seine eigenen („persönlichen“) Sicherheitsschuhe, Kapselgehörschützer oder Anstoßkappen. Dafür sprechen zum einen hygienische Gründe. Zum anderen muss die PSA ihrem Träger passen. Dies verlangt auch die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV, s. Kasten). Viele PSA-Komponenten wie Schuhe, Jacken oder Handschuhe liegen in unterschiedlichen Konfektionsgrößen vor. Dazu kommt bei Oberbekleidung, dass diese oft auf Männer oder auf Frauen zugeschnitten ist.

Persönliche Schutzausrüstungen müssen den Beschäftigten individuell passen. Sie sind grundsätzlich für den Gebrauch durch eine Person bestimmt. (§ 2(2)PSA-Benutzungsverordnung)

Grenzbereiche der individuellen Nutzung von PSA
Von dieser individuellen Zuordnung von PSA kann es jedoch Ausnahmen geben. Wenn z. B. Schutzbrillen oder Schutzhelme für Besuchergruppen vorrätig gehalten werden, müssen diese nicht zwangsweise nach einmaliger Benutzung aussortiert werden. Nach einer Kontrolle und ggf. Reinigung spricht nichts gegen eine Wiederverwendung.

Etwas heikler wird diese Nutzungsfrage in Fortbildungseinrichtungen oder überbetrieblichen Ausbildungsstätten, wo die Teilnehmer zwar nur kurze Zeit verbringen, dann aber z. B. Sicherheitsschuhe, Helme oder Augenschutz benötigen. Hier ist eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung unter Beteiligung des Betriebsarztes empfehlenswert. Denn die PSA-BV fordert vom Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass keine Gesundheitsgefahren oder hygienische Probleme auftreten, wenn PSA von verschiedenen Mitarbeitern benutzt wird.

Von solchen Sonderfällen abgesehen gibt es jedoch auch PSA, die eher selten einzelnen Mitarbeitern fest zugeordnet wird. Hier stimmt das P in der Abkürzung genau genommen nicht. Dabei handelt es sich meist um PSA-Komponenten,
  • die nicht direkt am Körper getragen werden und keine Kleidung i. e. S. darstellen.
  • die nur vorübergehend über einer anderen Schutzkleidung getragen werden.
  • die nur in besonderen und eher seltenen Fällen oder von wechselnden Mitarbeitern benötigt werden.
  • bei denen die exakte Konfektionsgröße weniger wichtig ist.
  • bei denen kein Hautkontakt erfolgt und hygienische Aspekte daher nachrangig sind.

Typische Beispiele für solche „PSA ohne P“ sind Warnwesten, Rettungswesten und Schwimmhilfen, Knieschützer, Halte- und Auffanggurte, Orientierungsleinen oder Chemikalienschutzanzüge. Auch hier gilt jedoch die PSA-BV. Das bedeut: Wenn Einheitsgrößen für einzelne Mitarbeiter nicht geeignet sind oder wenn es hygienische Bedenken gibt, sollten Sie Ihre Mitarbeiter individuell ausrüsten.

Autor: Friedhelm Kring